Was ist Obedience?

 

Obedience kommt ursprünglich aus England und ist in Deutschland noch eine relativ neue Hundesportart. Übersetzt heißt es nichts anderes als „Gehorsam“. Einige nennen es auch die Hohe Schule des Gehorsams. Während es beim Agility um Geschicklichkeit und Schnelligkeit geht, geht es beim Obedience um Präzision und Harmonie zwischen Mensch und Hund.

Auch wenn diese Sportart aus den bekannten Unterordnungsübungen besteht, so gestalten sich die einzelnen Übungen doch wesentlich vielseitiger als z.B. die Übungen für die Begleithundeprüfung (BH).

Während bei der Begleithundeprüfung immer nach einem festen Schema gelaufen wird, wird das Laufschema der sogenannten Leinenführigkeit bzw. der Freifolge bei Obedience-Prüfungen immer am Prüfungstag festgelegt. Der Hundeführer arbeitet hier dann nur auf Anweisung des Richters hin. So wird das Bei-Fuß-Gehen für den Hund nicht langweilig und er muss sich auf seinen Hundeführer konzentrieren. Bei Hunden, die schon oft die BH gelaufen sind, hat man teilweise das Gefühl, als ob sie die Prüfung auch ohne Herrchen oder Frauchen laufen können.

Auch beim Obedience kann man bei Turnieren starten, wenn man möchte. Seit Juli 2002 gibt es in Deutschland auch eine Obedience-Prüfungsordnung. Man kann in folgenden Klassen starten, Beginner-Klasse, Klasse I, II und III. Außerdem gibt es noch die FCI-Klasse, die eigentlich identisch mit der Klasse III ist. In der FCI-Klasse werden dann auch Europa- und Weltmeisterschaften durchgeführt.

 

Obedience besteht eigentlich aus 8 verschiedenen Übungen, die von Klasse zu Klasse natürlich schwieriger und anspruchsvoller werden.

      Die Fußarbeit                                                   

           

Jamie

   

Kayla

             
Mit oder ohne Leine sollte der Hund mit seiner Schulter auf Kniehöhe des Hundeführers laufen. Bleibt der Hundeführer (HF) stehen, setzt sich der Hund, ohne Aufforderung, neben ihn hin. Während der ganzen Übung sollte der Hund Blickkontakt zu seinem HF halten.      

 

    Bleibübung                                                                                    

 

Es gibt zwei Arten von Bleib-Übungen, die Sitz-Bleib-Übung und die Platz-Bleib-Übung. Die Hunde müssen in einer Reihe zwischen 1 und 4 Minuten sitzen oder liegen je nach Klasse mit und ohne Sichtkontakt.

  Apportieren                                               

                   

 

Der Hund holt auf Kommando vom HF einen Gegenstand und bringt ihn ohne ihn zu schütteln oder drauf zu kauen zurück zum HF. Der Hund sollte sich dann vor den HF setzen und warten, bis der HF ihm den Gegenstand abnimmt. In der Beginner-Klasse kann man noch einen beliebigen Gegenstand nehmen, in den anderen Klassen ist das Apportierholz dann aus Holz oder Metall. Diese Übung wird dann je nach Klasse mit und ohne Sprung über die Hürde durchgeführt. In der Klasse III gibt es dann noch eine Erweiterung der Übung. Vor dem Hund und HF liegen drei Hölzer. Eins gerade vor, eins links und eins rechts. Auf Anweisung muss der Hund dann das Richtige bringen.

   Vorausschicken                                                                           

  

Diese Übung besteht aus zwei Teilen. Man schickt den Hund voraus zu einem gewissen Punkt (Pylone) und von dort aus dann in die sogenannte Box. Das ist ein Viereck aus 4 Pylonen. Der Hund soll sich dann auf Anweisung des HF hinlegen. Möglichst in die Mitte des Vierecks.

 

   Distanzkontrolle      

   

Jamie

   

Kayla

Der HF steht in einem bestimmten Abstand zum Hund und gibt ihm die Kommandos Sitz, Platz oder Steh. Der Hund sollte bei der Ausführung möglichst nicht mehr als eine Körperlänge von der Ausgangsposition abweichen.

 

   Sitz, Platz, Steh aus der Bewegung

   

Jamie

 

Kayla

Diese Übungen sind Teil der Freifolge, also dem Bei-Fuß-Gehen ohne Leine. Hund und HF gehen die Freifolge und auf Anweisung muss der Hund sofort die Position (Sitz, Platz oder Steh) einnehmen.

   Abrufen                                                                                    

 

Hier gibt es verschiedene Arten vom Abrufen. Abrufen mit Vorsitzen und Abrufen in die Freifolge. Der Hund liegt in einem bestimmten Abstand vom HF und wird auf Kommando abgerufen. Der Hund soll schnell zurück zum HF laufen und sich dann gerade und dicht vorm HF setzen. Das Vorsitzen ist beim Obedience allerdings nicht zwingend notwendig, der Hund kann sich auch an der linken Seite des HF in die Fußposition drehen. In höheren Klassen kommt dann noch eine Schwierigkeit hinzu. Der HF ruft den Hund ab und auf ca. 1/3 der Strecke gibt der HF dem Hund das Kommando zum Stehenbleiben. Dann wird der Hund wieder gerufen und nach einem weiteren Drittel kommt das Kommando zum hinlegen. Der Hund wird erneut gerufen und beendet die Übung mit dem Vorsitzen. Bei dem Abrufen in die Freifolge liegt der Hund in der Box, der HF geht auf Anweisung des Richters ein Laufschema und ruft den Hund aus der Box ab. Der Hund läuft zum HF und schließt sich dem HF bei Fuß an. Beide gehen dann auf Anweisung des Richter weiter bis die Übung mit der Grundposition beendet wird.

     Geruchsunterscheidung  

 

Der Hund soll aus mehreren gleichen Gegenständen (meist Holzstückchen) den Gegenstand herausfinden, den sein HF getragen hat. Zu Beginn der Prüfung bekommt der HF ein Hölzchen und trägt es bei sich, bis zu Beginn der Übung. Der Ringsteward nimmt den Gegenstand mit einer Zange und legt ihn auf den Boden zu den Anderen. Der HF steht mit dem Rücken zu den Gegenständen, damit er dem Hund keine Hilfe bei der Suche geben kann. Dann wird der Hund zum Suchen geschickt, und soll dann den richtigen Gegenstand apportieren.

 

 

Obedience ist eine Sportart, die wirklich für jeden geeignet ist, der Spaß an Gehorsamsübungen mit dem Hund hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Hund jung, alt groß oder klein ist. Für das Training benötigt man keine teure Ausrüstung und man kann einige Feinheiten auch prima im Wohnzimmer oder Garten trainieren.

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